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Portoabzocke

Die Deutsche Post ist aktuell ja mit ihrer Tochter DHL in den USA gut ins geredet gekommen. Der Ausflug in die Staten hat viel Geld gekostet und der jetzt verkündete Ausstieg wird die Post ebenfalls eine gute Stange Geld kosten.

Wie also diese Kosten wieder reinholen? Na, bei uns den deutschen Postkunden. Mangels echter Alternativen ist das doch ein Kinderspiel. Beispiel gefällig?

Handyporto heißt die neue Geldmaschine. Per SMS ‚kauft‘ man seine Briefmarke und schreibt die 12-stellige Nummer aus der Antwort-SMS auf den Brief – fertig.

Eigentlich eine Klasseidee, wäre da nicht diese Abzockermasche dabei. Das Porto in dieser Form ist nicht nur teurer als die klassische Briefmarke, es kommen zusätzlich noch die Kosten für SMS/Anruf des jeweiligen Mobilproviders hinzu. Abgerechnet wird über die Mobilfunkrechnung (z. Z. T-Mobile, Vodafone, E-Plus)

Klassisch Handyporto
Standardbrief 55 Ct 95 Ct
Postkarte 45 Ct 85 Ct

Unschwer zu erkennen, dass Porto per Handy bekommt man nur mit einem kräftigen Aufschlag von 40 Cent je Marke und den zusätzlichen SMS Kosten. Toller Service liebe Post, der eigene Aufwand ist gering und der Kunde zahlt drauf.

In der Form werde ich das ’neue‘ Porto nicht nutzen – kauft Briefmarken oder nutzt die INTERNETMARKE !

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Rezept(los)

Nun will also auch die Post in den Medikamentenhandel per Versand einsteigen. Wie der Bericht im Hamburger Abendblatt das schildert, arbeitet die Post mit dem Versanddiscounters Easy-Apotheke zusammen. Das Ganze läuft dann so, Kunde kommt in die Post, packt sein Rezept in einen Versandumschlag und abgeschickt. „Die Bestellung rezeptpflichtiger Medikamente ist versandkostenfrei, für frei verkäufliche Arzneimittel berechnet die Post 3,95 Euro. Die bestellten Medikamente sollen innerhalb von zwei Werktagen mit der Posttochter DHL an die angegebene Adresse gesandt werden. Eine Beratung findet in den Filialen nicht statt. Bei Fragen müssen die Kunden die Apotheke anrufen.“

Nun sind Monopole selten gut, das zeigt sich auch bei den Medikamentenpreisen. „eine gute Pharmazie bringt eine Gewinnmarge zwischen fünf und zwölf Prozent vor Steuern, heißt es in der Branche“. Da kann manch andere Branche nicht ran und für die eigene Gesundheit greift man ja auch gerne ins Portmonnaie. Liberalisierung im Apothekenmarkt fordert die EU von Deutschland schon lange, nur ob diese um jeden Preis und in dieser Form sein muss?

Soll wirklich jeder mit Medikamenten handeln dürfen? Wo bleibt der Patient dabei, wer verhindert ungewollte Nebenwirkungen bei verschiedenen Medikamenten? Der Verkäufer dann sicher nicht, der hat im Zweifel von Medizin keinen blassen Schimmer (nehmen sie zwei, is dann billiger). Hier bleibt der Patient/Kunde auf sich gestellt!

Und der Apothekenmarkt ist bereits in Bewegung, denkt man an DocMorris, die Versandapotheken und die Internetshops einzelner Apotheken. Gerade in Hamburg kann man diese Dynamik gut beobachten.

Allerdings darf man dabei keine Transparenz für die Kunden erwarten. Der bleibt hilflos vor dieser Auswahl an Möglichkeiten und kann diese Angebotsvielfalt nur schlecht vergleichen. Und ältere Menschen werden weiter zu ihrem Apotheker um die Ecke gehen.

Eure Erfahrungen bitte!