Archiv der Kategorie: Web

Anders Fernsehen

Wer einen schnellen Internetanschluss hat, dem steht die weite Welt des TV- und Video-Streamings offen. Fernsehen was und wann man möchte und das zumeist ohne Werbung!
Dabei ist Streaming inzwischen nicht nur YouTube, sondern auch das normale TV-Programm wird inzwischen via Internet übertragen. Fast alle TV-Sender stellen Mediatheken bereit, wobei die öffentlich rechtlichen Anstalten immer noch diese dumme Beschränkung über die Verfügbarkeit von Sendungen haben – echt fail. Dafür sind diese Sendungen für frei verfügbar während die Mediatheken der Privatsender meist nur im Abo nach 30 Tagen zu nutzen sind.

Daneben habe sich Streaming-Portale wie Maxdome, Sky, Netflix und Amazon Prime Instant Video etabliert. Sie alle bieten im Abo oder per Einzelzahlung Zugriff auf zahlreiche Filme und Serien. Wobei sich das Angebot ständig im Fluss befindet. Hier spielen die Verleihregularien der Filmverleiher eine entscheidende Rolle, so dass ein Film leider auch mal nicht mehr Verfügbar ist.

Um nun nicht immer per PC Filme gucken zu müssen, probiere ich schon länger mit verschiedenen Systemen herum. Bisher mit ehr mäßigen Erfolg, kein System entsprach meinen Vorstellungen. Vor allem da ja der WAF stimmen muss, sonst kommt so etwas nicht ins Wohnzimmer 🙂

Angefangen hat es mit einem PC, aber die Lösung war zu umständlich in der Bedienung und zu laut für das Wohnzimmer.

PS3

Dann folgte eine Sony PS3 mit der nicht nur gedaddelt werden kann. Sie spielt problemlos Bluray-Filme ab und bietet per APP Zugriff auf Streaming-Angebote. Aber nur wenn es eine spezielle APP für den gewünschten Anbieter gibt. Die Mediatheken werden z. B. nicht unterstützt.

ChromecastNächster Versuch mit dem Google Chromecast, der kann per Smartphone gesteuert werden und übernimmt dann das Abspielen am TV-Gerät. Das kleine Teil wird einfach in einen HDMI-Port gesteckt. Aber bisher unterstützen nicht so viele APPs den Stick, so dass Inhalte nur über Umwege den Weg auf den Fernseher schaffen.

FireTV_logo

Nun aber habe ich ein Amazon FireTV, dass bisher meinen Erwartungen mehr als entspricht. Es ist formschön, sehr klein und einfach per Fernbedienung zu steuern. Es ist lüfterlos, damit leise und der Stromverbrauch ist deutlich niedriger als bei einer PS3.

FireTV

Die Amazon Dienste Video, Musik und Foto stehen einem sofort zur Verfügung. Für Netflix gibt es bereits eine angepasste APP und Maxdome hat eine angekündigt. Aber wer es sich zutraut kann auch andere Android-APPs auf dem kleinen Kistchen installieren.

Für uns ist das Amazon FireTV die bisher beste Streaming-Lösung und ich bin gespannt was sich mit dem Kistchen noch anfangen lassen wird. Die Entwicklergemeinschaft wird da sicherlich auch ihren Teil zu beitragen.

Weitere Infos zu den ersten Schritten mit dem Amazon FireTV und wie ich APPs per Sideload auf das Amazon FireTV bringe.
Eine Remote APP für das Amazon FireTV gibt es inzwischen auch schon, so dass die Steuerung nicht mehr alleine per Fernbedienung erfolgen muss.

Buch: Bitcoin kurz & gut

Was sind Bitcoins eigentlich? Inzwischen taucht der Name Bitcoin langsam im Alltag auf, das Fernsehen berichtet darüber und auch gewisse Totholzmedien haben sie als Thema zur Schlagzeile entdeckt – meist negativ behaftet. Das Böse Internet…

Wird also Zeit sich mal selbst damit näher zu beschäftigen. Mit der Buchreihe kurz & gut bietet der O’Reilly Verlag dazu diese kleine Buch ‚Bitcoin – kurz & gut‚ an. Auf knapp 200 Seiten erfährt der geneigte Leser übersichtlich die wichtigsten Dinge rund um das Thema digitales Geld aka Bitcoin.

Bitcoin

Der Autor Jörg Platzer ist Mitglied der Crypto Economics Consulting Group und Vorstandsmitglied des Bundesverband Bitcoin. In Berlin ist er selbst seit Jahren aktiver Bitcoin Anwender und Nutzer. In seiner Bar ROOM77 kann der Gast mit Bitcoin zahlen.

Er erläutert locker und verständlich die Hintergründe zu Bitcoins. Wie entsteht das digitale Geld eigentlich und welche Bedeutung haben diese Mechanismen? Wie kann ich Bitcoins selbst bekommen? Wie verwende ich Bitcoins als Geld? Welche Softwareprodukte gibt es?

Wie gesagt das Buch bietet kurz und verständlich einen großen Bogen durch das Thema Bitcoin. Dabei geht es stellenweise technisch zu, aber immer sind seine Erläuterungen auch ohne Vorkenntnisse verständlich geschrieben.
Das Buch bietet somit den idealen Ausgangspunkt um in das Thema Einzusteigen oder sich einen schnellen, guten Einblick darüber zu verschaffen. Wissen statt Parolen aus den Medien!

Bitcoin_kurz_gut

Bitcoin – kurz & gut

By Joerg Platzer

1. Auflage September 2014
ISBN 978-3-95561-650-2
208 Seiten, broschiert
Preis: 12,90 Euro
eBook-Format: PDF, 9,90 Euro

Er wird schneller…

Anfang der Woche habe ich Post von meinem Provider wilhelm.tel bekommen. Nein, nicht die monatliche Rechnung. In dem Schreiben wird angekündigt, dass ich für den gleichen monatlichen Betrag ab 1. Dezember 2014 schneller surfen kann. Mein Glasfaseranschluss wird schneller 🙂

Zum Anlass 15 Jahre wilhelm.tel gibt es eine große Qualitätsoffensive. Wenn das die Familie nicht freut, ab Dezember haben wir dann 100 MBit/s Download und 20 MBit/s Upload. Coole Sache, endlich wird auch mal Treue als Kunde belohnt und das Komplettpaket ist weiterhin monatlich kündbar!

„Kostenfreier dauerhafter Zugang zum WLAN-Netz von MobyKlick“ ist enthalten und eine Fritz!Box wird gestellt. Aber ich mag meine eigene Box einsetzten, denn nur so habe ich volle Adminrechte auf meinem Router! Kein Zwangsrouter bitte!!!

Einzig die Notwendigkeit den Kabelanschluss zwingend mit zu nehmen finde ich nicht mehr zeitgemäß. Dieser schlägt mit 11 Euro noch einmal extra zu.

Ach ja, wo anders geht es inzwischen noch schneller – M-net bietet in München 300 MBit/s im Download an… Aber ich will da nicht meckern, eine schöne Aktion über die ich mich echt gefreut habe.

Update:
Seit kurzem bietet nun Kabel Deutschland seinen Kunden 200 MBit/s im Download an. Im Upload aber nur 12 MBit/s.
Aus Spaß habe ich mal die drei Angebote etwas näher verglichen, auch wenn sie nicht an einem Ort alle zu bekommen sind.

Anbieter wilhelm.tel M-Net Kabel Deutschland
Technik FTTH FTTH Kabel
KOMPLETTANSCHLUSS
PREMIUM 100.000
Surf&Fon-Flat 300 Internet & Telefon 200
Laufzeit 1 Monat 24 Monate 24 Monate
Down/Upload MBit/s 100/20 300/30 100/12
ersten 6 Monate 29,90 59,90 39,90
weiter 6 Monate 29,90 69,90 39,90
danach monatlich 29,90 69,90 59,90
Einrichtung, einmal 39,90
TV-Anschluss, mtl. 11,00
Summe über 24 Monate 981,60 1657,50 1197,60

Wie man sieht sind es sehr unterschiedliche Preisgestaltungen und Laufzeiten – ein Vergleich wird damit schwierig. Insgesamt scheint mir das wilhelm.tel Angebot, trotz Kabel TV Zwang, am Besten. Das Preisleistungsverhältnis von Übertragungsrate und Preis über 24 Monate ist das Beste und diesen Vertrag kann ich monatlich kündigen!

Der Weg zum Mauerfall 1989 – nacherzählt auf Twitter

Dieses Jahr jährt sich der Mauerfall am 9. November zum 25. Mal. Ohne dieses Ereignis gäbe es meine Familie nicht.
Zeit einmal zurück zu schauen und die unfassbaren Dinge dieser Tage noch einmal nachzuerleben. Zum Beispiel auf Twitter mit @Mauerfall89, einem Projekt der Stasi-Unterlagen-Behörde, des Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF Potsdam) und von BILD.

Mauerfall_twitter

Das Projekt erzählt – wo auch immer möglich in Echtzeit – von den atemberaubenden Ereignissen auf dem Weg zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall im November 1989. Die mehr als hundert Tweets werden teilweise bisher noch unveröffentlichte Originaldokumente unter anderem der Stasi, des Auswärtigen Amtes und der Polizeiarchive enthalten.

Ab 19. August geht es los.

Erschütternd!

So empfand ich es während und nach dem ich mir den Vortrag von Sascha Lobo bei YouTube mir angesehen habe. Es geht „Über Überwachung“ und ist bereits vom Mai diesen Jahres. Es geht um das ‚warum‘, warum werden wir, wird die ganze Welt überwacht, wie weit geht das heute schon und was kommt da in ein, zwei Jahren auf uns zu.

Wer die Diskussionen um NSA, Edward Snowden und die Überwachung durch die ganzen anderen „spähradikale“, wie Sascha Lobo es treffend bezeichnet, verfolgt hat , der hat trotzdem keine Vorstellung weit das heute schon reicht und wo das hinführen wird.

Deshalb nehmt Euch die Zeit, schaut Euch den Vortrag an! Sollte Pflicht an Schulen und für Politiker sein, aber letztere Wissen das hier wohl schon…

 Der gesamte Vortrag von Sascha Lobo in Wort und Bild zum Nachlesen … hier: https://www.fontblog.de/ueber-ueberwachung

Buch: Das Buch zu RaspberryPi mit Linux

ist ein weiteres Einsteiger Buch in der Querformatreihe des O’Reilly Verlages. Wie immer wird hier dem Beginner das Thema Seite für Seite anschaulich näher gebracht. Dieses Mal geht es um den Einplatinencomputer Raspberry Pi,  den uns der Autor Stefan Pietraszak hier Schritt für Schritt näher bringt. Wie der Autor schreibt,

es soll den Grundstein legen für Leser, die bisher wenig Erfahrungen mit dem Raspberry Pi oder Linux (oder beidem) gesammelt haben.

Und das gelingt ihm , wie ich finde, sehr gut. Beginnend mit den Grundlagen zum Pi baut das Buch das Wissen langsam und verständlich beim Leser auf. Es stellt verschiedenste Einsatzmöglichkeiten vor, die in den ersten Versuchen auch den unerfahrenen Leser gelingen sollten. Nach den Grundlagen folgt die Einrichtung des Betriebssystems Raspbian und ein Kapitel mit Linux Grundlagen. Damit ist der aufmerksame Anwender dann bereit die ersten Softwareprojekte umzusetzen.

Durch die Kleinprojekte, wie zum Beispiel den RadioPi, den MusikPi oder den Pi als Backup-Server, bekommt der Pi-Anfänger eine gute Vorstellung über die schier unbegrenzte Potentiale an Einsatzmöglichkeiten für einen Raspberry Pi. Aber in allen vorgestellten Projekten geht es primär um Software-Projekte, wer sich mehr für Hardware Hacks mit dem Raspberry Pi interessiert, wird von diesem Buch schnell enttäuscht sein. Erst zum Ende widmet sich das Buch knapp zu diesem Themengebiet. Das Buch schließt mit Hinweisen zu weiterführender Lektüre, Projekt-Webseiten und Communities rund um den Raspberry Pi.

Für mich ist dies ein gelungenes Einsteigerbuch für den Raspberry Pi und seinem OS auf der Basis von Linux. Gerade durch seine übersichtlichen Umfang hilft es den Leser sich darauf zu konzentrieren und somit auch zu seinen ersten eigenen Erfolgen zu kommen. Die Form und Sprache ist bewusst für IT-Anfänger gewählt und liegt damit ganz auf der Linie für die der Raspberry Pi einmal entwickelt wurde, um bei der jüngeren Generation das Interesse an Eigenentwicklungen zu wecken. Und wenn das auch bei älteren gelingt, ist dieses sicherlich nicht verkehrt.
Gehen Sie diesen Schritt mit und erobern Sie für sich selbst die Welt der IT und der Programmierung.
Raspberry Pi mit Linux

By Stefan Pietraszak

1. Auflage Mai 2014
ISBN 978-3-95561-698-4
288 Seiten, broschiert
Preis: 19,90 €

eBook-Format: PDF, 16,– €

Neustart ins Neuland

Von digitalen Welten keine Ahnung? Alles Neuland? Aber interessiert was da so abläuft?Dann riskiert doch mal einen Blick in das neue Magazin Neustart von den Machern des t3n Magazins. Die waren so nett mir vorab einen Blick in die erste Ausgabe zu erlauben. Und der hat mir gefallen!

Neustart

In lockerer Abfolge geht es um Einblicke in die digitalen Themen unserer Zeit, aktuelle Technologien wechseln sich mit Vorstellungen von Start-ups und deren Gründern. Aber auch kritische Töne über den Vormarsch des Digitalen finden sich in dem Heft, neben einer spannenden Vorstellung eines Profigamers und eines Berichtes über die Gefährdungen durch Cyber-Krieger und über „Deutschland: Digitales Entwicklungsland?“.

Das Heft ließt sich flüssig, die Geschichten machen Laune beim Lesen und für (fast) jeden findet sich etwas Interessantes im Themenmix. Eine gute Vorstellung der Themen bietet auch die zugehörige Webseite neustart-magazin.de – schaut einfach mal vorbei, das Neustart-Team freut sich auf dein Feedback.

Empfehlenswert ist das Heft allen, die mal etwas mehr hinter den digitalen Schlagworten gucken möchten – ohne dafür gleich ein Informatikstudium zu absolvieren. Alle die sich Neuland etwas mehr erschließen wollen, bietet Neustart einen tollen Einstieg mit gut gemachten Storys und viel Abwechslungen. Ich bin gespannt ob sich Neustart durchsetzen wird und wie sich das Magazin im Laufe der Zeit weiterentwickelt.

Ab sofort kannst gibt es Neustart im Handel zu kaufen. 116 Seiten gefüllt mit spannenden Reportagen, Portraits und Storys aus der digitalen Welt für nur 3,90 Euro.

Update: Das Magazin wird leider nicht fortgesetzt, wie der Verlag hier mitteilt. Diese Entscheidung kippt ein gutes Konzept wie ich denke – sehr schade.

Wir leben in einer Zeit des Wandels!

Es ist seit Jahren spannend zu beobachten wie sich unsere Wirtschaft und damit auch unsere Gesellschaft verändert. Erst durch die Elektronik und dann durch die Digitalisierung, die inzwischen (fast) allgegenwärtig ist. Das Internet ist in der Breite angekommen, ja mit all seinen Vor- und Nachteilen, und im kleinen läuft bereits der nächste Schritt, das Internet der Dinge.

Wie Start-ups und andere agile Fimen damit umgehen, beschreibt sehr schön das Buch ‚New Business Order‚. Das Lesen lohnt sich! Diesen Wandel ganz praktisch hat Markus in seinen Posting ‚Bloggen bis die Blase platzt‚ beschrieben. Und er schreibt zu recht, wie die Autoren des Buches, dass dieser Wandel vor keiner Branche halt machen wird!
Dazu hat Markus gleich noch ein sehr aktuelles Beispiel, direkt aus seinem Lebensumfeld. Im München hat der renommierte Buchhändler Hugendubel seine prominente Großfiliale am Münchner Marienplatz geschlossen und, symptomatisch, zieht nun einen Filiale der Deutschen Telekom in das Haus ein. Da ist sie, die Umwälzung durch Digitalisierung und Vernetzung, mitten im Zentrum, für alle sichtbar!

Es ist dabei eine sich wiederholende Sache. Ein Newcomer drängt mit etwas Neuem in einen etablierten Markt, die Marktbegleiter lachen über ihn. Der Newcomer hat erste Erfolge, die anderen ignorieren das bis der Newcomer plötzlich erhebliche Anteile am Markt hat und ihre Geschäfte einbrechen. Nun beginnen die Altfirmen zu jammern und nach Gesetzen und Schutz zu rufen. Aber ihr Geschäftsmodell wollen sie nicht ändern, bis es dann zu spät ist. Beispiele? Die kennt jeder, die Musikindustrie mit dem MP3 Format, die Filmverleger und das Videostreaming aka YouTube, die Verlage und das eBook, die TV-Sender und das Steaming / Netflix, …. sie kommen alle dran und der Ablauf ähnelt sich erschreckend. Das ist deshalb so erschreckend, weil jede Branche die Fehler der anderen erneut begeht, wie ich oben schon geschrieben habe.

Und der Politik fällt auch nur ein mit den Mitteln aus vergangenen Zeitaltern im digitalen Wandel zu arbeiten. Da wird über ‚Sendezeiten‘ für Webseiten geredet, Inhalte sollen per Alterseinstufung dem Jugendschutz gerecht werden und immer wieder schaffen es die deutsche Politik, dubiosen Abmahnanwälten neue Wege zu eröffnen. Ein Trauerspiel, denn sie verstehen den Wandel nicht – Neuland halt. Dabei ist die Gesellschaft längst weiter und es wäre an der Zeit für eine Moderne und zur Digitalisierung passende Gesetzgebung.

Und Eltern sollten sich endlich mit ihren Kindern zusammen setzen. Es gab auch früher Gefahren für Kinder und Jugendliche, aber Eltern begleiten ihre Kinder und bereiten sie auf die Welt draußen vor. Dazu gehört heute auch das Internet mit allen seinen Facetten. Bereitet eure Kinder darauf vor, auch wenn ihr dazu erst euch selbst informieren müsst.

Wir leben mitten drin in einem der größten gesellschaftlichen Umbrüche, den es so noch nie gab. Unser Leben wird in wenigen Jahren sich noch mehr gewandelt haben als wir es bisher schon wahrgenommen haben. Es liegt an uns allen, diese neue Ordnung sinnvoll und gut für alle zu gestalten. Wir leben in einer spannenden Zeit! 

Internet nur für Erwachsene?

Das schlägt ja mal wieder dem Fass den Boden aus, der Artikel bei zeit-online Internet nur für Erwachsene fasst die Situation gut zusammen. Da brüten unsere Damen und Herren Politiker, dieses Mal im Rahmen der Rundfunkkommission der Länder, mal wieder über das Thema Jugendschutz und Internet herum. Danach sollen „Internetangebote eine Alterskennzeichnung wie „ab 12 Jahren“ oder „ab 18 Jahren“ führen“ und „Die Alterskennzeichnung soll auf Freiwilligkeit der Anbieter beruhen und für Jugendschutzfilter auslesbar sein.

Das würde dazu führen, dass alle deutschen Webseiten, Blogs und Foren eine solche Alterskennzeichnung benötigen. Dieser Zwang bestünde allein schon um sich vor durchgedrehten Abmahnanwälten zu schützen!
Alle Webseiten außerhalb Deutschlands scheren sich natürlich um diese Verordnung rein gar nicht. Nur die deutschen Seiten haben erneut einen Wettbewerbsnachteil.

Und wirksam im Sinne, das Jugendliche an ‚gefährliche‘ Inhalte nicht heran kommen, ist so eine Verordnung erst recht nicht. Falls es in der Politik sich noch nicht herum gesprochen hat: Unsere Kinder sind in der Mehrheit in Dingen des Internets schlauer als ihre eigenen Eltern! Da werden sehr schnell die Wege um eine solche Drangsalierung auszutricksen untereinander ausgetauscht werden. Schon auf Videos, DVDs und Games sind die Altersangaben Makulatur, wenn weder der Verkauf noch die Eltern sich darum kümmern!
Was im Sinne von Jugendschutz viel mehr Not tut, ist die Verantwortung der Eltern. Sie sind aufgefordert sich (endlich) mit ihren Kindern dem Thema Internet gemeinsam zu nähern. Denn mit gegenseitigem Vertrauen kommen sie dann zusammen viel weiter. Das ist Jugendschutz und viel besser als wenn sich Eltern einfach auf den Staat und solche unausgegorenen Vorschläge verlassen.

Warum also tritt die Politik so sehr für solche Regelungen ein? Ist es blinder Aktionismus für den Jugendschutz? Motto wir tun da etwas – egal wie sinnvoll das ist?
Oder will man vielleicht den Abmahnern die nächste Einnahmequelle sichern, statt diesen Menschen ein für alle mal die Geschäftsgrundlage zu entziehen!
Meine Vermutung geht aber vielmehr in die Richtung ‚den sie wissen nicht was sie tun‘. Die Clique unserer Politiker ist inzwischen so weltfremd geworden, dass das Internet und alle seine Ebenen zwar gern genutzt werden, aber keiner der Damen und Herren versteht es wirklich bzw. bemüht sich das Thema zu verstehen – #Neuland halt.
Alles dazu ist nur leeres Gerede von Politikern!

Aber eines haben sie doch verstanden, das Internet klärt auf. Es ist nicht mehr so einfach die Menschen für dumm zu verkaufen. Ähnlich in der Türkei, wo der Regierungschef durch Sperrungen versucht den freien Meinungsaustausch über Twitter zu verhindern, scheitern solche Filter- und Zensurregelungen.

Fakt ist, mit solchen Verordnungen macht sich Deutschland erneut als technikfeindliches Land seinen Namen und darüber lacht inzwischen die halbe Welt.
Traurig, aber auf diesem Wege verschenken unsere Politiker die Zukunftschancen unseres ehemaligen Hochtechnologie Landes – im Namen des Jungendschutzes zum Schaden für die Zukunft unsere Jugend.

Puh, diesen Rant musste ich loswerden. Was denkt Ihr über die Pläne der Rundfunkkommission der Länder?

Ergänzend hier ein paar interessante Links:
Hyperland Blog Staatsvertrag: Kein kindersicheres Internet
Hier kann man sich, in Form von Kommentaren, am Jugendmedienschutz beteiligen.
Die Aussagen des Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) zum Thema Jugendschutz und Internet.
Und hier am Beispiel Estland, wie sehr wir Deutschen der Entwicklung bereits hinterher laufen und unsere Zukunft verschenken.

Router Probleme mit dem Linksys E4200

An unserem Internet-Anschluss bei wilhelm.tel habe ich seit einigen Jahren einen Router E4200 von Linksys im Einsatz. Nun zeigte dieser Router in der letzten Zeit einige Zicken. Immer wieder brach mir die Internet-Verbindung sporadisch kurz zusammen und es dauerte dann teilweise mehrere Sekunden bis die Verbindung wieder hergestellt war.

Anfangs hatte ich noch unseren Provider in Verdacht, aber dank eines netten Hotline-Mitarbeiters konnte ich Erfdahren was in die dortigen Logdateien festgehalten war. Danach wurde die Verbindung von unserer Seite jeden Tag mehrfach abgebrochen und wieder neu aufgebaut!

Also blieb nur der Router als Schuldiger übrig. Ein kurze Suche im Web ergab, zu meiner Überraschung, dass offenbar viele Linksys E4200 Besitzer dieses Problem von Anfang an mit ihrem Gerät hatten! Insofern hatte ich wohl bisher Glück gehabt. Aber da nicht einmal die aktuellste Firmware eine Besserung brachte, musste nun etwas anderes probiert werden.

Durch einen Kollegen war ich bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen worden, dass es beim Open Source Projekt DD-WRT auch für meinen Router eine alternative Firmware gibt. Er hat bei sich damit gute Erfahrung gemacht. Aber was ist DD-WRT?

„DD-WRT is a Linux based alternative OpenSource firmware suitable for a great variety of WLAN routers and embedded systems. The main emphasis lies on providing the easiest possible handling while at the same time supporting a great number of functionalities within the framework of the respective hardware platform used.“

Also habe ich am letzten Wochenende mir die Zeit genommen und mit dieser alternativen Firmware meinen E4200 erfolgreich aufgepimpt.

DD-WRT Konsole beim E4200

DD-WRT Konsole beim E4200

Die Installation hat mich ca. 2 Stunden Zeit gekostet, wobei der größte Teil vorab beim Nachschlagen und lesen darauf gegangen ist. Details und alle Links habe ich in diesem Posting DD-WRT auf Linksys E4200 installieren festgehalten.

Seit Wochenende läuft der Linksys E4200 nun mit DD-WRT stabil am Internet. Die Abbrüche scheinen damit vorbei zu sein – Mission completed 🙂