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Internet nur für Erwachsene?

Das schlägt ja mal wieder dem Fass den Boden aus, der Artikel bei zeit-online Internet nur für Erwachsene fasst die Situation gut zusammen. Da brüten unsere Damen und Herren Politiker, dieses Mal im Rahmen der Rundfunkkommission der Länder, mal wieder über das Thema Jugendschutz und Internet herum. Danach sollen „Internetangebote eine Alterskennzeichnung wie „ab 12 Jahren“ oder „ab 18 Jahren“ führen“ und „Die Alterskennzeichnung soll auf Freiwilligkeit der Anbieter beruhen und für Jugendschutzfilter auslesbar sein.

Das würde dazu führen, dass alle deutschen Webseiten, Blogs und Foren eine solche Alterskennzeichnung benötigen. Dieser Zwang bestünde allein schon um sich vor durchgedrehten Abmahnanwälten zu schützen!
Alle Webseiten außerhalb Deutschlands scheren sich natürlich um diese Verordnung rein gar nicht. Nur die deutschen Seiten haben erneut einen Wettbewerbsnachteil.

Und wirksam im Sinne, das Jugendliche an ‚gefährliche‘ Inhalte nicht heran kommen, ist so eine Verordnung erst recht nicht. Falls es in der Politik sich noch nicht herum gesprochen hat: Unsere Kinder sind in der Mehrheit in Dingen des Internets schlauer als ihre eigenen Eltern! Da werden sehr schnell die Wege um eine solche Drangsalierung auszutricksen untereinander ausgetauscht werden. Schon auf Videos, DVDs und Games sind die Altersangaben Makulatur, wenn weder der Verkauf noch die Eltern sich darum kümmern!
Was im Sinne von Jugendschutz viel mehr Not tut, ist die Verantwortung der Eltern. Sie sind aufgefordert sich (endlich) mit ihren Kindern dem Thema Internet gemeinsam zu nähern. Denn mit gegenseitigem Vertrauen kommen sie dann zusammen viel weiter. Das ist Jugendschutz und viel besser als wenn sich Eltern einfach auf den Staat und solche unausgegorenen Vorschläge verlassen.

Warum also tritt die Politik so sehr für solche Regelungen ein? Ist es blinder Aktionismus für den Jugendschutz? Motto wir tun da etwas – egal wie sinnvoll das ist?
Oder will man vielleicht den Abmahnern die nächste Einnahmequelle sichern, statt diesen Menschen ein für alle mal die Geschäftsgrundlage zu entziehen!
Meine Vermutung geht aber vielmehr in die Richtung ‚den sie wissen nicht was sie tun‘. Die Clique unserer Politiker ist inzwischen so weltfremd geworden, dass das Internet und alle seine Ebenen zwar gern genutzt werden, aber keiner der Damen und Herren versteht es wirklich bzw. bemüht sich das Thema zu verstehen – #Neuland halt.
Alles dazu ist nur leeres Gerede von Politikern!

Aber eines haben sie doch verstanden, das Internet klärt auf. Es ist nicht mehr so einfach die Menschen für dumm zu verkaufen. Ähnlich in der Türkei, wo der Regierungschef durch Sperrungen versucht den freien Meinungsaustausch über Twitter zu verhindern, scheitern solche Filter- und Zensurregelungen.

Fakt ist, mit solchen Verordnungen macht sich Deutschland erneut als technikfeindliches Land seinen Namen und darüber lacht inzwischen die halbe Welt.
Traurig, aber auf diesem Wege verschenken unsere Politiker die Zukunftschancen unseres ehemaligen Hochtechnologie Landes – im Namen des Jungendschutzes zum Schaden für die Zukunft unsere Jugend.

Puh, diesen Rant musste ich loswerden. Was denkt Ihr über die Pläne der Rundfunkkommission der Länder?

Ergänzend hier ein paar interessante Links:
Hyperland Blog Staatsvertrag: Kein kindersicheres Internet
Hier kann man sich, in Form von Kommentaren, am Jugendmedienschutz beteiligen.
Die Aussagen des Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) zum Thema Jugendschutz und Internet.
Und hier am Beispiel Estland, wie sehr wir Deutschen der Entwicklung bereits hinterher laufen und unsere Zukunft verschenken.